Wissenswertes:

 

Fersensporn – Wenn jeder Schritt schmerzt

Heute fangen wir einmal ganz klein an: Die kleinste Baueinheit des Körpers ist die Zelle. Aus vielen gleichen Zellen entsteht Gewebe. Der Körper des Menschen besteht aus unterschiedlichen Zellen und verschiedenen Gewebearten: zum Beispiel Muskelgewebe, Nervengewebe, Bindegewebe oder Knochengewebe. Alle diese Gewebearten haben bestimmte Eigenschaften und Funktionen. In diesem Newsletter wollen wir uns das Knochengewebe einmal genauer ansehen und schließlich verstehen, wie ein Fersensporn entsteht und was man dagegen tun kann.       

 

Knochen ist ein lebendiges Gewebe

Knochen ist, nach Zahnmaterial, das härteste Gewebe im menschlichen Körper. Schnell kann hier der Eindruck entstehen, dass Knochengewebe einem Stein gleicht und es keine Lebendigkeit aufweist. Aber Knochengewebe ist vitales, lebendiges Gewebe.  Es verfügt über viele Blutgefäße, die die Ernährung und den Abtransport von Zellabfällen gewährleisten. Ständig wird Knochengewebe ab- und wieder aufgebaut. Das ist für den Körper sinnvoll. Menschen sind flexible, anpassungsfähige Lebewesen. Auch Knochengewebe kann sich verändernden Lebensbedingungen anpassen. Dies sehen wir zum Beispiel im Laufe eines Lebens. Beim Säugling sind die Knochen noch weich. Die Schädelknochen sind an den Fontanellen geöffnet, damit das Gehirn ungestört wachsen kann. Der Säugling wächst und die Knochen wachsen mit. Je mehr Körpergewicht sie tragen müssen, desto fester wird schließlich das Gewebe. Überall dort, wo hohe Druck- oder Zugkräfte im Körper aufkommen, bildet sich das harte Knochengewebe kräftig und belastbar aus.

 

Fehlbelastungen können zu einem Fersensporn führen

Nicht immer geht die Entwicklung so problemlos weiter wie beim Säugling. Im Laufe des Lebens können auch Fehlbelastungen und –beanspruchungen des Körpers entstehen. Ständig gleiche Bewegungsabläufe, viel Körpergewicht, falsches Schuhwerk oder wenig körperlicher Ausgleich können zum Beispiel dafür sorgen, dass die Füße überlastet sind. Geschieht dies über eine lange Zeit, reagiert der Körper mit der Ausbildung von Knochengewebe an den belasteten Stellen. Denn erinnern wir uns: Wo Zug- oder Druckbelastungen groß sind, bildet sich Knochengewebe aus. Ein Fersensporn, ein Knochenvorsprung am Fersenbein, kann entstehen. Dieser ist also eigentlich der Versuch einer Problemlösung des Körpers. Der Fersensporn bildet sich entweder an der Fußsohle oder als oberer Fersensporn oberhalb des Fersenbeins in Richtung Achillessehne. Leider führt der Knochensporn aber oft zu Schmerzen. Typisch sind stechende Schmerzen bei den ersten Schritten am Morgen oder nach längerem Sitzen oder Liegen, als wäre man in einen Nagel getreten. Rötungen und heiße Stellen im Bereich des Fersensporns sind ebenfalls häufig zu finden. Nach einiger Zeit kann der Schmerz auch bei jedem Schritt auftauchen und einem Bewegung gründlich verleiden. Die Medizin hält einige Maßnahmen zur Besserung der akuten Schmerzen bereit: Einlagen, angepasste Schuhe oder auch eine operative Entfernung des Fersensporns. 

 

Osteopathie geht den Ursachen auf den Grund

Der osteopathische Ansatz beim Fersensporn konzentriert sich auf die Frage: Warum ist der Körper im Fußbereich überlastet? Es ist klar, einseitige arbeitsbedingte körperliche Belastung kann die Osteopathie nicht abschaffen. Aber sie kann dem Körper wieder zu einem mechanischen Gleichgewicht verhelfen. Wenn alles im Körper gut beweglich ist, ist dieser belastungsfähiger und kann auf körperliche Ansprüche flexibler reagieren.

Die Fehlbelastung kann mit einer Unbeweglichkeit von einem der vielen Knochen, die das Fußskelett bilden, beginnen. Der Fuß besteht aus 26 Knochen, die untereinander gelenkig verbunden sind. Es kann also an vielen Stellen im Fuß zu Blockaden kommen.

Häufig findet sich auch eine Fixierung im Becken. Wer den Newsletter schon einige Zeit verfolgt, für den ist es nicht neu: So eine Festigkeit des Beckens kann zum Beispiel aus faszialen Fixierungen des Darms oder eines anderen Organs im kleinen Becken resultieren. Auch hängen Becken und Kiefergelenk funktionell eng zusammen, obwohl sie auf den ersten Blick weit voneinander entfernt scheinen. So kann es sein, dass in der osteopathischen Praxis bei einem Fersensporn Ihr Kiefergelenk behandelt wird und Ihrer unteren Extremität vielleicht kaum Beachtung geschenkt wird. Der Körper soll insgesamt wieder in ein Gleichgewicht kommen, das eine optimale Belastung des Fußes ermöglicht.

Ob sich dadurch das Knochengewebe des Fersensporns wieder zurückentwickelt? Das wissen wir in der Osteopathie leider auch noch nicht genau. Sicher braucht es eine längere Zeit, bis dies der Fall sein kann. Es kann aber auch ein Erfolg sein, wenn Sie weniger oder keine Schmerzen mehr haben, weil der Fuß nach der Behandlung anders belastet wird.

 

Quelle: hpO

 

Zeitungsartikel & Interviews:

Marbacher Zeitung vom 23.11.2019



Ludwigsburger Wochenblatt vom 10.10.2019



Zeitschrift proFit der BKK-VBU 2/2019



Leben und Wohnen in Pleidelsheim 2016