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Wissenswertes:

Wie Osteopathie bei psychischen Symptomen hilft   

Panikattacken, Schlafstörungen oder übermäßige Wutgefühle.

Obwohl es ganz leicht jeden treffen kann, sprechen über dieses Thema die wenigsten gern – psychische Symptome. Gelabelt in gesellschaftlich anerkannten Diagnosen wie Burn-Out oder chronifiziertes Schmerzsyndrom, ist es nicht immer leicht, die eigentliche Ursache der Erkrankung zu erkennen. Welche meiner körperlichen Symptome sind eigentlich psychisch bedingt? Und die wohl spannendste Frage: Wie kann eine nach der Ursache forschende osteopathische Behandlung Linderung verschaffen?

Laut dem Barmer Ärztereport von 2018 stieg zum Beispiel die Diagnose depressive Episoden in der Altersgruppe der 18-25jährigen seit 2005 um 72% an. Die Diagnose Angsterkrankungen stieg in der gleichen Altersgruppe um 48%. Diese Zahlen zeigen beispielhaft, was sich gesamtgesellschaftlich und somit auch in der osteopathischen Konsultation durch alle Alters- und Berufsgruppen beobachten lässt. Längst geht es nicht mehr nur um Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen in unseren Praxen. Unsere Patienten schätzen die vertrauensvolle Atmosphäre und offenbaren sich neben oben genannten Symptomen mit Nervosität, Benommenheit, Übelkeit, Schamgefühl, Kloßgefühl im Hals, Stimmstörungen und die Liste wäre endlos fortsetzbar. Vor allem Panik- und Angststörungen, die für Patienten sehr belastend sind, steigen stark an. Sie sind es, die irgendwann nicht mehr vom Körper kompensiert und von unserer Wahrnehmung ausgeblendet werden können. Und hier kommt die ursachenbasierte Osteopathie ins Spiel.

Kleiner anatomischer Exkurs

Angst ist ein Gefühl, welches entwicklungsgeschichtlich und in gesundem Maße unserem Schutz dienen soll. Doch manchmal gerät das Gleichgewicht und damit die hormonelle Lage im Körper durcheinander. Ausgehend vom Steuerorgan des vegetativen Nervensystems, dem Hypothalamus, welcher spezielle Hormone ausschüttet, gibt es eine funktionelle Verbindung über die Hypophyse bis zur Nebenniere. Hier wird Cortisol ausgeschüttet, jenes Hormon, welches unseren Körper in Anspannung, Kampf- und Fluchtbereitschaft versetzt. Diese funktionelle Verbindung nennt man Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse. 

Ein osteopathisches Behandlungsziel ist der Ausgleich dieser Stressachse, um somit die Überproduktion von Cortisol zu normalisieren. Hierfür aktivieren wir vor allem den Gegenspieler des Sympathikus: den Parasympathikus. Der wesentliche Anteil verlässt über den Nervus vagus durch ein kleines Löchlein den Schädel hinter dem Ohr und verläuft dann am vorderen Hals und später hinter dem Brustbein zu den Bauchorganen. Die Mobilisierung aller diesen Nerv berührenden Strukturen, also zum Beispiel Schädelknochen, Halsfaszien, Brustbein und Brustkorbfaszien sowie das Zwerchfell, bringen das vegetative Nervensystem in Harmonie.

Die Behandlung von Wirbelblockaden und Festigkeiten im Bereich der Halswirbelsäule trägt entscheidend zur besseren Durchblutung und damit zur normalen Funktion des Gehirns bei.

Weiterhin führt die osteopathische Behandlung uns zur Niere sowie zum Nierengleitlager mit sämtlichen zugehörigen Strukturen, um auch hier für einwandfreie Funktion zu sorgen. Doch nicht allein die Unausgeglichenheit im Stresshormonsystem führt zu psychischen Erscheinungen. Nicht behandelte Erkrankungen, wie zum Beispiel eine noch nicht erkannte Schilddrüsenerkrankung, können Verursacher für psychische Phänomene sein. Hier fungiert der osteopathische Behandler nach umfangreicher Analyse vor allem als Impulsgeber für weitere schulmedizinische Diagnostik.

Nicht zuletzt sei als ein möglicher Verursacher die Ernährung genannt. Mangelernährung durch Weglassdiäten, Fehlernährung durch profan ungesunde Ernährung oder Vitamin- und Nährstoffmangel aufgrund von Unverträglichkeiten kommen in der osteopathischen Anamnese zum Gespräch. Falls notwendig wird auch hier weiterführende Diagnostik angeregt. 

Mit einem wichtigen Hinweis möchten wir enden: Die Osteopathie versteht sich vor allem als begleitende Behandlung bei psychischen Erkrankungen. Eine Konsultation eines Psychologen oder Psychiaters sollte darüber hinaus erwogen werden.

Quelle: hpO

 

Zeitungsartikel & Interviews:

Marbacher Zeitung vom 23.11.2019



Ludwigsburger Wochenblatt vom 10.10.2019



Zeitschrift proFit der BKK-VBU 2/2019



Leben und Wohnen in Pleidelsheim 2016