Wissenswertes:

 

Weil Gesundheit nicht nur den Körper betrifft  

Kennen Sie Dr. Google? Wenn ja, befinden Sie sich in guter Gesellschaft. Viele Deutsche nutzen die bekannte Suchmaschine, um im Internet nach ihren Beschwerden und einer passenden Diagnose zu suchen.

Aber haben Sie auch schon einmal Symptome für Gesundheit in einer Suchmaschine gesucht? Welche Anzeichen von Gesundheit würden Sie genau in die Suchmaske eingeben, um herauszufinden, ob Sie tatsächlich gesund sind?

In der westlichen Welt hat die Schulmedizin Gesundheit lange Zeit als das Fehlen von Krankheit und Beschwerden definiert. Heute wissen wir, dass Gesundheit weit mehr ist als das. Zufriedenheit empfinden, ein Gleichgewicht im Innen und Außen fühlen, flexibel sein, Lachen können, Lust am Gestalten haben, Genussfähigkeit. All dies und noch einiges mehr umfasst ein positives Konzept von Gesundheit.

„Wohlbefinden“ ist dabei der entscheidende Begriff einer Definition, die die Weltgesundheitsorganisation WHO schon 1946 geprägt hat:

„Gesundheit ist der Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur des Freiseins von Krankheit und Gebrechen.“

Natürlich wissen wir mittlerweile, dass dieses Wohlbefinden, anders als noch in der Definition beschrieben, dauerhaft nie vollständig sein kann. Wir befinden uns immer auf einem Kontinuum zwischen den Polen krank und gesund. Wir leben immer mit gesunden Anteilen von Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit und kranken Anteilen, auf die wir Acht geben müssen. Lebensgeschichtlich und tagtäglich bekommen wir zu spüren, dass unser Gesundheitszustand mehrdimensional und dynamisch veränderbar ist.    

In der Definition wird auch noch ein anderer Aspekt betont. Es ist die Sprache von körperlicher, geistiger und sozialer Gesundheit. Damit wird der Begriff der Gesundheit losgelöst von einer rein körperlichen Fokussierung.

Nehmen wir ein einfaches Beispiel, um dies zu verdeutlichen: Es macht einen Unterschied, ob jemand sich ein Bein gebrochen hat (körperlicher Aspekt), dabei alleine lebt oder in einer gut funktionierenden Partnerschaft (sozialer Aspekt), unter Stimmungsschwankungen leidet oder psychisch belastbar ist (psychischer Aspekt).

Sind soziale und psychische Aspekte überwiegend gut und stabil, gibt es sicherlich weniger Probleme mit einem vorübergehenden Leben mit Gips. Der Alltag ist einfacher zu handhaben. Vielleicht heilt das Bein sogar komplikationsloser aus.

Osteopathie arbeitet menschen- statt krankheitsbezogen

In der Osteopathie finden sich diese Prinzipien wieder. Es stehen eben nicht einzelne Erkrankungen im Vordergrund, sondern der ganze Mensch. Und auch wenn Patienten die osteopathische Praxis wegen spezifischer Beschwerden oder einer Erkrankung aufsuchen, bemüht sich der osteopathische Behandler immer, die Person und deren Geschichten im Ganzen zu erfassen und dabei auf ihr Wohlbefinden zu achten. Denn Gesundheit ist, wie wir oben gesehen haben, mehr als nur als das Fehlen von Krankheit und Gebrechen.

Eine osteopathische Untersuchung und Behandlung erfolgt also menschenzentriert statt rein krankheitsbezogen. Und auch wenn der Schwerpunkt der osteopathischen Bemühungen in der körperlichen Behandlung liegt, kann dieser Körper nie losgelöst von der Person, ihrem Denken und Fühlen und ihren Lebenslagen gesehen werden.

Denn körperliche, psychologische und soziale Aspekte stehen in Wechselwirkung miteinander und so wie körperliche Beschwerden einen Einfluss auf unser emotionales Wohlbefinden und unser Sozialleben haben, schlagen sich psychische sowie soziale Realitäten immer auch körperlich nieder.

Was bedeutet das in der Praxis?

Neben einer qualifizierten körperlichen Behandlung wird Ihr osteopathischer Behandler viel Wert auf ein gutes therapeutisches Verhältnis zu Ihnen legen.

Das Vertrauen in Ihre Gesundheit ist ein wichtiger Stützpfeiler für jeden Heilungsprozess.

Weitere Schlüssel zu Gesundheit können zum Beispiel auch Motivation oder ein herbeigeführter Perspektivwechsel sein, was beides mitunter Zeit erfordert. Aber so, wie Ihr osteopathischer Behandler Ihren Körper und das Gewebe mit meist sanften Bewegungen und der notwendigen Zeit und zum gesunden Pol hinbegleitet, so wird er auch versuchen, Sie in Ihrer ganzen Person dorthin mitzunehmen. Er wird Ihnen die Möglichkeit geben, der Behandlung gedanklich und emotional zu folgen. Hierzu wird er Ihnen erklären, was er genau macht, wird Ihnen Zeit geben, den Behandlungsgriffen nachzufühlen und wird offen sein für Ihre Fragen. Sie sollen sich wohlfühlen, denn – erinnern wir uns an das Zitat der WHO – damit ist schon ein großer Schritt Richtung Gesundheit getan.

Quelle: hpO

 

 

Zeitungsartikel & Interviews:

Marbacher Zeitung vom 23.11.2019



Ludwigsburger Wochenblatt vom 10.10.2019



Zeitschrift proFit der BKK-VBU 2/2019



Leben und Wohnen in Pleidelsheim 2016