Wissenswertes:

 

Eine Herzensangelegenheit         

Dass Osteopathie eine Herzensangelegenheit ist, haben Sie sicher schon feststellen können. Welche zentrale Rolle das Herz aber im Körper und in der osteopathischen Behandlung spielt, wollen wir Ihnen heute näherbringen. Herz und Blutkreislauf machen auf einzigartige Weise deutlich, wie eng im Körper alle Funktionen miteinander verbunden sind.

Lassen Sie uns mit etwas Anatomie und Physiologie beginnen, um die osteopathische Herangehensweise besser verdeutlichen zu können:       

Das Herz ist ein faustgroßer Hohlmuskel. Es liegt fast mittig im Brustkorb, etwas nach links verlagert. Umgeben wird es vom Herzbeutel (Pericard). Durch Bänder ist es am Brustbein und an der Halswirbelsäule befestigt. An der Unterseite ist es mit dem Zwerchfell verwachsen. Außen wird es vom knöchernen Brustkorb umgeben: kopfwärts der Schultergürtel, vorne das Brustbein, seitlich die Rippen und mittig hinten die Wirbelsäule.

Im Brustkorb befinden sich in direkter Nachbarschaft zum Herzen die Lungen, die Luftröhre, die Speiseröhre sowie die großen venösen und arteriellen Blutgefäße. All diese Strukturen haben einen Einfluss auf seine Beweglichkeit und werden in der osteopathischen Untersuchung auf ausreichende Mobilität geprüft.

Bei Blockaden oder Fixierungen, kann es zu Dysfunktionen des Herzens und Schmerzen im entsprechenden Bereich kommen.

Physiologie des Herzens

In Ruhe kontrahiert der Herzmuskel circa 60 – 80 Mal pro Minute. Bei jedem Herzschlag wird Blut in den Körper- und den Lungenkreislauf gepumpt. In der Lunge findet der Gasaustausch statt, das Blut nimmt Sauerstoff auf und gibt CO2 ab. Diesen Vorgang bezeichnet man als äußere Atmung. Das sauerstoffreiche Blut wird vom Herzen durch den Körper gepumpt. Am Handgelenk ist diese wellenförmige Bewegung als Puls spürbar.

Für unsere Gesundheit ist es wichtig, dass alle Teile des Körpers gut durchblutet, mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt werden. Und es ist ebenfalls essenziell, dass CO2 und Zellabfallstoffe mit dem Blut abtransportiert werden. Den Gasaustausch auf Zellniveau nennt man innere Atmung.

Herz und Blutkreislauf spielen eine entscheidende Rolle bei der äußeren sowie der inneren Atmung und somit bei Ihrer Gesundheit. Ein osteopathischer Behandler wird sich Ihr Herz und die umgebenden Strukturen in jeder Sitzung genau ansehen und gegebenenfalls behandeln, um die Selbstheilungskräfte Ihres Körpers zu fördern. Eine optimale Durchblutung in allen Körperbereichen ist ein Ziel jeder osteopathischen Behandlung. Egal, ob es zum Beispiel um eine Schwellung im Knöchel, ein Reiz-Darm-Syndrom oder eine Sehnenscheideentzündung am Handgelenk geht, die Behandlung von Herz und Blutkreislauf ist bei allen körperlichen Schwierigkeiten wichtig.

Osteopathische Untersuchung und Behandlung

Während der Behandlung wird Ihr osteopathischer Therapeut überprüfen, ob Ihr Brustkorb mobil ist und es keine Dysfunktion der Rippen, der Wirbel oder des Brustbeins gibt. Eine Blockade der Wirbelsäule kann zum Beispiel eine Irritation des vegetativen Nervensystems und damit leichtes Herzstolpern, erhöhte Herzfrequenz oder schlechtere Anpassungsfähigkeit der Herzfunktion verursachen.

Eine Rippenblockade äußert sich oft in stechenden Schmerzen, die manchmal als Herzschmerzen fehlinterpretiert werden. So können harmlose Ursachen ein beängstigendes Gefühl auslösen.

Unbeweglichkeiten im Brustkorbbereich können durch rhythmische Bewegungen mobilisiert oder durch Manipulationen gelöst werden. Denn das Herz benötigt ausreichend Platz und Bewegungsfreiheit, um das venöse Blut aus dem Körperkreislauf aufnehmen zu können.

Arbeitet der knöcherne Brustkorb frei, können auch die Organe im Brustkorb auf ihre Beweglichkeit getestet werden. Schränkt ein Organ die Beweglichkeit des Herzens ein, kann die fasziale Aufhängung dieses Organs sanft gedehnt werden.

Eine andere Behandlungsform ist das langsame Einfühlen in das fasziale Gewebe. Auch Spannungsmuster im Pericard oder dem Herzgewebe selbst können so schonend gelöst werden. Dafür legt der osteopathische Behandler seine Hände auf und unter den Brustkorb und fühlt durch die oberen Gewebeschichten durch, bis er schließlich das Herz zwischen seinen beiden Händen fühlt. Finden sich Gewebespannungen am Herzbeutel oder im Herzgewebe, folgt er diesen mit kleinen sanften Bewegungen, bis sie sich auflösen.

Auch Emotionen und Stress können Symptome rund um das Herz verursachen und Körperhaltung, Brustkorbbeweglichkeit und Zwerchfellfunktion beeinflussen. In der osteopathischen Praxis ist genug Zeit vorhanden, um negative Emotionen oder Stressfaktoren anzusprechen. Es tut gut und befreit emotional, jemandem einfach mal sein Herz auszuschütten. Natürlich sollte bei schwerwiegenderen psychischen Problemen ein Facharzt oder ein Psychotherapeut konsultiert werden.

Das Gleiche gilt bei größeren Pathologien des Herzens. Bei Klappenfehlern, dauerhaftem Herzrasen, erhöhtem Blutdruck, Koronarer Herzkrankheit oder ähnlichen Erkrankungen sollten unbedingt Haus- oder Facharzt zurate gezogen werden. In diesen Fällen sollte die osteopathische Praxis nicht die einzige Anlaufstelle sein.

Quelle: hpO

 

 

Zeitungsartikel & Interviews:

Marbacher Zeitung vom 23.11.2019



Ludwigsburger Wochenblatt vom 10.10.2019



Zeitschrift proFit der BKK-VBU 2/2019



Leben und Wohnen in Pleidelsheim 2016