Schmerz:
Man muss ihn nicht lieben, jedoch ernst nehmen.
Man muss ihn nicht gut finden, ihm jedoch die erforderliche Beachtung schenken. Dann kann er eine Chance zur Veränderung werden.

Naturheilverfahren sind komplementäre, also ergänzende Heilmethoden, die der Vorbeugung, Heilung und Linderung von Krankheiten dienen. Grundprinzip der Naturheilkunde ist die Umstimmung des Organismus, um die Selbstheilungskräfte anzuregen.
Bewährte Naturheilverfahren wie beispielsweise Homöopathie, Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) oder Neuraltherapie aktivieren die körpereigenen Heilungs- und Regenerationskräfte. Das Immunsystem wird gestärkt, der Stoffwechsel angeregt und die natürliche Harmonie wieder hergestellt.

Diese Naturheilverfahren können eine intrinsische (von Innen heraus) Ergänzung zu einer osteopathischen (extrinsischen, also mittels manuellen Techniken von Außen) Behandlung im Sinne eines ganzheitlichen Therapiekonzeptes sein.

Die Gesundheit ist nicht alles,

aber ohne Gesundheit ist alles nichts.

Schopenhauer

Applied Kinesiology

Was ist AK?

Im Mittelpunkt steht die Beurteilung des qualitativen Leistungszustandes der Muskulatur in Form des reaktiven Muskeltest. Durch diese Form der Muskeltestung und der Reaktionsänderung auf spezielle Provokationen können funktionelle und strukturelle Störungen identifiziert und deren Ursache(n) gezielt beseitig werden. Dabei finden folgende neurobiologische Prinzipien ihre Anwendung:

•spontane Modulierbarkeit der reaktiven Kontraktionsfähigkeit von Skelettmuskeln

•die Muskel-Organ-Beziehung

•das Reiz-Reaktions-Prinzip

Zur Therapie werden schließlich die bekannten komplementären Verfahren eingesetzt.

Geschichte

In den 1960er Jahre fand der amerikanische Chiropraktiker George Goodheart (1918 bis 2008) durch Zufall bei einem Patienten heraus, dass sich die Stärke eines Muskels sofort verändert, wenn therapeutisch relevante Punkte am Körper eines Patienten behandelt oder auch nur berührt werden. Im Laufe der Zeit zeigte sich, dass sich der Tonus (Anspannungszustand) von Muskeln bei einer Vielzahl von Reizen ändern kann. Im Ergebnis fand Goodheart auf der Grundlage des biologischen Reiz-Reaktions-Prinzips heraus, dass man mithilfe des Muskeltests eine funktionell-diagnostische Aussage zum aktuellen Funktionszustand von Organsystemen treffen kann. Gleichsam konnte er auf diese Weise erfahren, wie der Körper des Patienten auf biologisch ordnende aber auch störende Reize reagiert.

„When muscles and bones fight, bones never win!“

George Goodheart

George Goodheart integrierte zunächst die lymphatischen und vaskulären Reflexe von Chapman beziehungsweise Bennett. 1969 kam die Akupunkturlehre hinzu. Im weiteren Verlauf fanden sich Zusammenhänge zwischen Muskelfunktion und Nährstoffen. In den 1970er Jahren wurden die Lehren der kraniosakralen Osteopathie und die Beckenläsionen der Spinal Occipital Technique (SOT) eingegliedert. Ab 1976 wird die Applied Kinesiology für die Diagnostik und Behandlung von Störungen der Kiefergelenke verwendet.

1974 wurde das International College of Applied Kinesiology (ICAK) als interdisziplinäre Organisation gegründet. Das ICAK treibt mit seinen weltweit tätigen Mitgliedern seitdem die Forschung und Integration der Applied Kinesiology voran.

Insbesondere im deutschsprachigen Raum wurde in den letzten Jahren eine Vielzahl von Innovationen in die AK integriert, so zum Beispiel das stomatognathe System, Störfelder und Herde und das große Feld der Unverträglichkeiten und immunologischen Störungen.In das traditionelle Logo der Applied Kinesiology wurde neben den ursprünglichen Integrationen das Dreieck der Gesundheit von Palmer (1910) eingefügt. Unter heutigen Gesichtpunkten könnte man eine Erweiterung um die informatorische Seite auf ein Viereck der Gesundheit durchführen.

Prinzip des Muskeltests

Im Mittelpunkt der Applied Kinesiology steht der reaktive Muskeltest. Er dient der qualitativen Leistungsbestimmung. Die Muskelfunktion ist variabel und grundsätzlich an die Funktionszustände des Organismus gekoppelt. Damit kann der reaktive Muskeltest Aussagen über Funktionsstörungen im Organismus treffen.

Ziel des reaktiven Muskeltests ist die Bestimmung der Anpassungsfähigkeit des jeweiligen Testmuskels an einen Krafteintrag von außen. Damit wird das gamma-motorische System geprüft, das wiederum vielfältigen Modulationen unterliegt.

Die Diagnostik und Behandlung mit Applied Kinesiology beruht auf klaren anatomischen und neurologischen sowie biochemischen Grundlagen und verlangt die umfassende Anwendung der physiologischen und pathophysiologischen Kenntnisse.

Mit dem reaktiven Muskeltest ist eine Navigation durch die kausale Diagnostik von Funktionsstörungen möglich. Zusätzlich können adäquate Therapieschritte bestimmt und im Behandlungsverlauf kontrolliert werden.

Werkzeuge der AK

Therapielokalisation (TL)

Die TL ist das Berühren einer potentiell gestörten Körperregion vorzugsweise mit den Fingerbeeren der Hand des Patienten. Kommt es dabei zu einer Reaktionsänderung des getesteten Muskels, spricht das für eine Abweichung vom Normalen im berührten Bereich. Erklärungsmodelle liefern die umfassenden Arbeiten von Prof. Popp und Prof. Kunnen.

Die TL klärt die Frage nach dem WO befindet sich eine gestörte Region. Die weitere Differentialdiagnostik erfolgt mit Hilfe der Challenge.

Challenge

Die Challenge entspricht einer Provokation und dient der Differentialdiagnostik. Sie klärt, WAS gestört ist und WELCHES therapeutische Mittel die Störung beseitig. Dabei führt ein entsprechender Reiz zu einer Reaktionsänderung des getesteten Muskels.Die Challenge kann folgende Reizqualitäten haben:

•mechanisch

•chemisch

•emotional

•informatorisch

Therapiezugänge zur Applied Kinesiology

Applied Kinesiology dient in erster Linie der Diagnostik. Erst das Aufdecken der Ursachen einer Funktionsstörung bzw. Erkrankung führt zu einer kausalen und nachhaltigen Behandlung. In das Behandlungsregime werden schließlich alle in Frage kommenden Verfahren integriert.

Brückenschlag zur Schulmedizin

Die Mehrzahl der Gesundheitsstörungen ist aus unserer Sicht funktioneller Natur. Wir legen jedoch großen Wert darauf, durch Applied Kinesiology erhobene Befunde mit objektiven Befunden der Schulmedizin (Bildgebung, Labor und andere) abzugleichen.

Ausgewählte Anwendungsgebiete (Beispiele):

Allgemeinmedizin

•Fehlbesiedlungen und Milieustörungen des Darmes

•Nahrungsmittelunverträglichkeiten

•umweltmedizinische Fragestellungen (u.a. Schwermetalle, Toxine)

•hormonelle Funktionsstörungen

•Hauterkrankungen

•Nährstoff- Mangel bzw. –Dysbalancen

Orthopädie und Neurologie

•Dysfunktionen der Wirbelsäule inkl. radikulärer Syndrome

•periphere Engpasssyndrome

•Gelenk- und Muskelprobleme

•Tendopathien

•Sportmedizin, zum Beispiel sog. Überlastungsbeschwerden, Verletzungsanfälligkeit, trainingsmethodische Fehler

•Kopfschmerzen

•rheumatische Erkrankungen, zum Beispiel Rheumatoide Arthritis, Spondylarthropathien, Fibromyalgie

•neurologische Erkrankungen, zum Beispiel restless legs (RLS), M. Parkinson, MS

Zahnmedizin, Kieferorthopädie

•optimale Anpassung kieferorthopädischer Apparaturen (Bionator, Aufbissschienen und andere)

•Herd- und Störfelddiagnostik

•Differentialdiagnostik und -behandlung von craniomandibulären Dysfunktionen (CMD)

•Schwermetallsanierung und -ausleitung

Psychosomatik

•Aufdeckung und Therapie alter Verletzungsmuster

•Traumatherapie

•emotionale und mentale Störungen

•Konfliktlösungen

•Störungen auf Glaubenssatzebene

Bestimmte Therapieverfahren

•Bestimmung der exakten Behandlungsrichtung in manuellen Verfahren wie zum Beispiel der Chirotherapie und Osteopathie

•Ermittlung relevanter Akupunkturpunkte im Behandlungskonzept der TCM

•konkrete Ermittlung der Gabe von therapeutischen Substanzen (Orthomolekulare Substanzen, Allopathika u.a.)

•Vermeidung von Nebenwirkungen bei Substanzgaben

•exakte Auswahl von homöopathischen Mittel inkl. Potenz

Quelle: Erfolg durch AK

Homöopathie und Phytotherapie

Was ist Homöopathie?
Die Homöopathie ist eine über 200 Jahre alte Wissenschaft. Sie wurde vom deutschen Arzt Samuel Hahnemann entdeckt und etabliert.
Der wichtigste Grundsatz lautet: „Similia similibus curentur.“ Auf deutsch: Ähnliches möge mit Ähnlichem geheilt werden. D. h., eine Krankheit wird mit einer homöopathischen Substanz behandelt, die, am gesunden Menschen verabreicht, ähnliches Leiden hervorruft wie diese Krankheit.

Das bedeutet, daß homöopathische Mittel unverdünnt genau die Beschwerden auslösen, die sie verdünnt heilen helfen. So kann zum Beispiel ein Stoff, der Hautjucken verursacht, in homöopathischer Dosis das Hautjucken heilen.

Was ist Phytotherapie?
Phytotherapie ist die Heilung, Linderung und Vorbeugung von Krankheiten durch Arzneipflanzen, deren Teile (z.B. Blüten, Wurzeln) oder Bestandteile (z.B. ätherische Öle) sowie deren Zubereitungen (z.B. Trockenextrakte, Tinkturen, Presssäfte).

Neuraltherapie

WAS IST NEURALTHERAPIE?

Die Neuraltherapie wurde in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts von den Gebrüdern Ferdinand und Walter Huneke entdeckt und zählt zu den Naturheilverfahren.

In grundlegenden Forschungen hatte u.a. Prof. Speranski (1936) die Bedeutung des vegetativen Nervensystems erkannt und die „Neural-Pathologie“ begründet, woraus dann der Name „Neural –Therapie“ entstand. Neuraltherapie bedeutet wörtlich übersetzt: Therapie über das Nervensystem. Es geht also um Wiederherstellung und Unterstützung der Selbst-Regulation des Organismus, die z.B. durch Störfelder wie Narben gestört sein kann. Grundprinzip ist die Injektion eines lokalen Betäubungsmittels, meist 1 % Procain (i.c.), an bestimmte Stellen, wobei verschiedene Ziele erreicht werden sollen:

1. DIREKTE BEHANDLUNG DES SCHMERZENDEN KÖRPERTEILS :

Hierbei wird das Procain direkt dorthin gespritzt, wo es weh tut, also z.B. am Rücken in die Muskeln, welche die Dornfortsätze umgeben. Man nennt dies auch „therapeutische Lokalanästhesie“ (= TLA). Diese (sehr kurz dauernde) lokale Betäubung (Anästhesie) kann oft schon den Teufelskreis des Schmerzgeschehens durchbrechen (Schmerz führt zur Verkrampfung, dies führt zu verminderter Durchblutung mit Übersäuerung und dies führt wieder zu Schmerz) und damit die Schmerzursachen beseitigen. Procain erweitert außerdem die Gefäße, d.h. es strömt mehr Blut in die behandelte Region, viele Patienten haben ein Wärmegefühl oder ein Gefühl von Leichtigkeit (z.B. sehr gut bei Durchblutungsstörung oder bei Muskelschmerzen wegen Verspannungen).

2. BEHANDLUNG IM SEGMENT:

In der Medizin sind die sogenannten „Headschen Zonen“ bekannt: während der Embryonalentwicklung entstehen die Anlagen für innere Organe aus der gleichen Region wie bestimmte Muskeln am Rücken. Nun kann man umgekehrt über diese Muskelareale auf der Rückenhaut auch die dazugehörigen inneren Organe behandeln.

3. BEHANDLUNG MIT FERNWIRKUNG (Z.B. STÖRFELDER):

Dies ist eine der aufsehenerregendsten Entdeckungen der Gebrüder Huneke. Bei der Behandlung einer vernarbenden Knochenhautentzündung am rechten Schienbein verschwanden völlig überraschend auch Beschwerden an der linken Schulter. Hier hatte die Narbe als sogenanntes „Störfeld“ die normale Grundregulation des Organismus derart nachhaltig gestört, dass der Schulterschmerz die Folge war. Erst durch das „Ausschalten“ des Narbenstörfeldes konnte die normale Regulation wieder stattfinden. Das bedeutet, dass jede Krankheit, besonders jede chronische Krankheit, störfeldbedingt sein kann, aber nicht sein muss. Man schätzt, dass 30 % aller als unheilbar geltenden chronischen Krankheiten störfeldbedingt sind. Jede Narbe (auch wenn sie keine Beschwerden macht und schon alt ist), jeder tote oder entzündete Zahn, jede Entzündung (auch innere, wie z. B. ein Magengeschwür oder Unterleibsentzündungen), können Störfelder sein. Manchmal müssen Patient und Therapeut Detektivarbeit leisten, um Narben zu finden, die z. B. in der Jugend entstanden sind und an die gar nicht mehr gedacht werden, weil sie keine Beschwerden machen. Trotzdem können sie die Krankheiten verursachen.

4. BEHANDLUNG DES VEGETATIVEN NERVENSYSTEMS:

Das vegetative Nervensystem steuert alle unbewusst ablaufenden Vorgänge im Körper wie Verdauung, Herzschlag etc. Deshalb heißt es auch „autonomes“ Nervensystem. Es besteht aus zwei Anteilen, den Sympathikusnerven (wird aktiviert bei Stress und Anspannung) und den Parasympathikusnerven (wird aktiviert bei Ruhe und Erholung). Mit Procain kann nun das vegetative Nervensystem direkt behandelt werden. Procain wirkt sympatholytisch, d.h. dämpfend auf die Wirkung des Nervus Sympathikus, der „überspannte Stressnerv“ wird gelöst.

Das bedeutet, dass die Selbst-Steuerung der Gewebe erleichtert wird, das vegetative Nervensystem kann seinen Aufgaben leichter nachkommen.

Zusammengefasst: Procain wirkt also über die Nervenfasern des vegetativen Nervensystems und löst die „Sympathikusverkrampfung“.

5. REVITALISIERUNG / VORBEUGUNG:

Wer kennt nicht das Gefühl, abgespannt zu sein, müde und ohne Schwung. Mit Procain können den Zellen elektrische Ladungen zugeführt werden, vergleichbar mit einer Batterie, die aufgeladen wird. Der Mechanismus läuft über die Mitochondrien, die „Kraftwerke“ der Zellen. Procain stimuliert ein wichtiges Enzym (Cytochrom P450), welches an der Energiegewinnung in den Zellen (über ATP) direkt mitwirkt, die Zelle kann somit leichter ATP herstellen.

Das hat den Effekt wie das „Aufladen einer Batterie“ oder mehr „Schwung unter den Flügeln“.

Die Widerstandskraft und die Spannkraft erhöhen sich, man ist fitter und wird weniger leicht krank.

WIRKUNGSWEISEN VON PROCAIN:

  • Procain wirkt auf den Bewegungsapparat schmerz- und entzündungshemmend,   gefäßerweiternd (Verbesserung des Stoffwechsels) und krampfmildernd.
  • Es wirkt auf das vegetative Nervensystem ein (sympathikuslösend).
  • Es stabilisiert das Nervensystem, setzt die Reizschwelle herauf und sorgt damit für „ein dickeres Fell“.
  • Es regt die Harnausscheidung an und normalisiert den Hormon- und Stoffwechsel-Haushalt.

INDIKATIONEN:

Häufige Krankheitsbilder, die mit Neuraltherapie behandelt werden können:

  • Migräne- oder Verspannungskopfschmerz, Gesichtsschmerz (Trigeminusneuralgie)
  • Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im Bereich der Wirbelsäule (z.B. Hexenschuss, Ischias, Blockaden der Wirbelgelenke) und den Gelenken (z.B. Schulter, Ellenbogen, Hüft- und Kniegelenksbeschwerden)
  • Beschwerdelindernde Wirkung bei Arthrosen (Gelenkabnutzung) oder bei Zuständen als Folge entzündlicher Gelenkserkrankungen
  • Vegetative Funktionsstörungen (Schlafstörung, klimakterische Beschwerden)
  • Wundheilungsstörungen

Auch Phytotherapeutika und Homöopathika können die Neuraltherapie von Fall zu Fall ergänzen.

Besonders bewährt hat sich die Kombination von Osteopathie und Neuraltherapie. 

Durch Reduzierung der Muskelspannungen, Verbesserung der Nervenbeweglichkeit und Optimierung der Gefäßversorgung werden die Heilungsprozesse beschleunigt, besonders bei chronischen Leiden.

GRENZEN DER NEURALTHERAPIE:

Therapiert wird, „soweit das anatomisch noch möglich ist.“ Das bedeutet: hat ein Störfeld eine Kniegelenksarthrose (Verschleiß) verursacht, so werden durch eine neuraltherapeutische Behandlung zwar die Schmerzen beseitigt, aber nicht der Gelenkverschleiß.

Die Neuraltherapie kann neben akuten bei ca. 80% aller chronischen Erkrankungen angewendet werden, nicht aber bei zerstörter Regulation (z.B. Tumoren), zerstörter Struktur (wie bei Leberzirrhose) oder bei Mangelzuständen wie z.B. Eisen- oder Vitaminmangel.

Die Neuraltherapie kann mit jedem schulmedizinischen Verfahren kombiniert werden. Sie stellt eine effektive, risikoarme und ganzheitliche Therapiemethode dar.

Wann darf Neuraltherapie nicht oder eingeschränkt angewendet werden?

Die Neuraltherapie darf nicht oder nur eingeschränkt bei Patienten mit blutverdünnenden Medikamenten angewendet werden.

TUT NEURALTHERAPIE WEH?

Bei der Neuraltherapie werden sehr feine und daher nicht so schmerzhafte Nadeln für die Haut verwendet, so dass die Spritze meist gut vertragen wird.

MÖGLICHE NEBENWIRKUNGEN DER NEURALTHERAPIE:

Sehr selten kommt es zu Unverträglichkeiten, die meistens auf das gesetzlich vorgeschriebene Konservierungsmittel (Paraben) in den Durchstichfläschchen zurück zu führen sind. Dies ist aber durch Verwendung von Einmal-Ampullen vermeidbar. Manchmal entsteht bei der Injektion ein Hämatom, ein „blauer Fleck“, der sich von selbst zurückbildet. Selten kommt es zu einem Gefühl wie bei Muskelkater. Schwerere Nebenwirkungen sind bei richtiger Anwendung der Neuraltherapie extrem selten. Dabei könnte es sich um Irritationen von Nerven, von Gefäßen oder von Organen durch die Injektionsnadel handeln. Aber auch diese bilden sich in der Regel von selbst zurück.

Kinesio Taping

In den 70er Jahren wurde in Japan und Korea die Kinesiotapemethode entwickelt, von dem Gedanken ausgehend, dass Bewegung und Muskelaktivität wichtig sind, um die Gesundheit zu erhalten oder wiederherzustellen. Das Wissen, dass Muskeln nicht nur für die Bewegung notwendig sind, sondern auch z.B. für den Blut und Lymphkreislauf sowie für die Regulierung der Körpertemperatur, ist die Basis des Conceptes. Wenn Muskeln nicht gut funktionieren, kann das zu einer Reihe von Beschwerden und Erkrankungen führen.

Diesen Gedanken weiterführend wurden verschiedene elastische Tapesorten entwickelt, die die Muskeln in ihren Funktionen unterstützen konnten, ohne dass die Bewegungen eingeschränkt wurden. Indem man verletzte Muskeln auf diese Art behandelt, wird der körpereigene Erholungsprozess aktiviert.

Während der Entwicklung dieser Methode stellte sich schon schnell heraus, dass das Anwendungsgebiet viel größer war als nur das behandeln der Muskeln.

Die möglichen Effekte können folgendermaßen eingeteilt werden:

1. Muskelfunktion verbessern durch Tonusregulierung

2. Hemmungen im Blutkreislauf und Lympheabfuhr beheben

3. Schmerzlinderung

4. Unterstützung der Gelenkfunktion, durch:

  • Propriosensorische Stimulation
  • Korrektur der Bewegungsrichtung
  • Verbesserung der Stabilität

5. Segmentale Beeinflussung

Indikationen für die Kinesio-Taping Methode sind

  • HWS-Syndrom (muskuläre Hypertonie, Arthrose, Kopfschmerz)
  • Cervico Brachialgie (TOS, Epicondylitis, Carpal-Tunnel-Syndrom)
  • LWS-Syndrom (ISG-Blockierung, Ischialgien, Diskusprolaps)
  • Postoperative Nachsorge (VKB-Plastik, TEP, Sprunggelenk-OP, Achillessehnennaht)
  • Skoliosen
  • Impingment-Syndrom
  • Schulterluxation
  • Arthrose
  • Gelenkdistorsionen
  • Spastiken
  • Lähmungen
  • Polyneuropathie
  • Harninkontinenz
  • Dysmenorrhoe
  • Lymphödeme
  • Migräne

Quelle Text: www.medicaltaping.de