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Wissenswertes:

Faszinierende Faszien         

Ein häufiger Grund, der Menschen in eine osteopathische Praxis führt, sind Schmerzen an ihrem Bewegungsapparat, also an Skelett, Sehnen, Muskeln und Bändern. Doch warum schmerzen Rücken, Knie, Schulter oder andere Körperbereiche eigentlich? Die Ursachen können in den verschiedenen Arten von Gewebe zu finden sein. Ein Nerv kann eingeklemmt sein, ein Band verletzt, ein Wirbel blockiert oder die Schmerzen werden durch Faszien verursacht.

 

Faszien? So werden alle Formen von straffem, kollagenen, faserigen Bindegewebe im Körper bezeichnet. Dazu gehören neben Kapseln, Bändern und Sehnen auch die Hüllen, die unsere Muskeln und Organe umgeben. Faszien befinden sich deshalb in allen Teilen unseres Körpers und bilden gemeinsam ein großes Netzwerk. Geben Knochen und Gelenke dem Körper Halt, sorgen Faszien für die notwendige Form.

 

Faszien sind durchblutet und innerviert – können also selbst Schmerzen verursachen – sie enthalten Rezeptoren für die Tiefensensibilität und können mitunter verkleben, verhärten oder verfilzen. Mechanisch sorgen sie, vor allem durch Zugspannung, für Verbindung und Zusammenhalt in unserem Körper. Überall dort, wo Faszien größere Körperabschnitte miteinander verbinden, entstehen Spannungsketten.

 

Über diese Ketten können Funktionsstörungen eines Bereiches zu Schmerzen an ganz anderer Stelle führen. Diese Verbindungen kann Ihr osteopathischer Behandler aufspüren. So gelangt er von den Beschwerden zu deren Ursachen und kann diese behandeln. Deshalb wundert sich manch ein Patient, wenn anstelle seiner Schmerzen ein ganz anderer Bereich behandelt wird und die Schmerzen dann trotzdem schwinden.

 

Für die fasziale Behandlung in der osteopathischen Praxis gibt es zwei unterschiedliche Ansätze. Zum einen die Behandlung nach dem Fasziendistorsionsmodell:

Hierbei wird sehr lokal und zum Teil mit viel Druck auf die Faszien eingewirkt. Ihr Behandler kann zum Beispiel mit seinem Daumen wiederholt sehr kraftvoll eine Faszie an der Schulter ausstreichen. Verklebte Gewebeschichten sollen sich so wieder voneinander lösen und Schmerzfreiheit erreicht werden. Die Behandlung selbst kann schmerzhaft sein. Erfolg stellt sich aber unmittelbar nach der Behandlung ein, so dass viele Patienten berichten, dass sich die kraftvolle Behandlung lohnt.

 

Eine andere Form ist sanfter und spricht wahrscheinlich eher das Nervensystem an: Dazu fühlt sich Ihr Behandler mit seinen Händen in das fasziale Gewebe ein und kann so dysfunktionale Spannungsmuster erspüren. Mit leichtem Zug, Vibration oder moderatem Druck werden die Nervenrezeptoren in den Faszien angesprochen und eine Balancierung der Gewebespannung erreicht. Häufig beruhigt sich hierbei auch das vegetative Nervensystem und der Körper findet insgesamt zu einer angenehmen Ruhe und Entspannung.

 

Ein Beispiel aus der Praxis: 

Eine Patientin kommt mit Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im rechten Schultergelenk in die Praxis. Die Befragung ergibt, dass sie sich in den Wechseljahren befindet und mit einigen typischen Beschwerden wie Hitzewallungen und Gewichtszunahme zu kämpfen hat.

Es folgt die osteopathische Untersuchung, bei der alle Bereiche des Körpers manuell auf Spannungen untersucht werden. Dabei zeigt sich, dass neben der rechten Schulter auch ihr rechter Eierstock und das umliegende Gewebe stark angespannt sind. Zudem ist die Beweglichkeit des Beckens rechts im Vergleich zur linken Seite eingeschränkt und die große Beckenschaufel leicht nach hinten gekippt.  

Auch hat die Wirbelsäule im Lendenwirbelbereich ihren harmonischen Schwung verloren und zeigt sich etwas gerade und steif.

 

Kann da ein Zusammenhang mit der rechten Schulter bestehen?

Ja, über Faszien: Die starken Spannungen im Unterleib werden von Faszien auf das Becken, die untere Wirbelsäule und weitere Teile des Bewegungsapparats übertragen. Andere Faszien, die der Rumpfmuskulatur und des Zwerchfells, leiten diese Dysbalance dann hoch bis zur rechten Schulter.

Und tatsächlich: Nachdem Eierstock und Becken sanft mobilisiert werden, kann die Patientin ihre Schulter wieder deutlich besser bewegen. Und das, obwohl die Schulter selbst nicht behandelt worden ist.

 

Mit nur einer Behandlung sind natürlich nicht alle Beschwerden verschwunden. Deshalb wird in den nächsten osteopathischen Behandlungen neben den Faszien auch das Hormonsystem behandelt. So wird der Körper bei seiner Umstellung in den Wechseljahren zusätzlich unterstützt.

 

Quelle: hpO